Einbruchschutz: Welche Maßnahmen gibt es überhaupt?

Häufig können Einbrüche mit einfachen Maßnahmen verhindert werden. Außerdem gibt es Fördermittel – auch für vollumfängliche Maßnahmen zum Einbruchschutz.

23.07.2021

Einbruchschutz: Welche Maßnahmen gibt es überhaupt?

Häufig können Einbrüche mit einfachen Maßnahmen verhindert werden. Außerdem gibt es Fördermittel – auch für vollumfängliche Maßnahmen zum Einbruchschutz.

Nur zehn bis fünfzehn Sekunden dauert es, bis ein Einbrecher nur mit einem Keil und einem Schraubendreher ein herkömmliches Fenster aufgehebelt hat.

Laut Statistik des Bundesinnenministerium von 2016 wurde bei über 151.00 Einbrüchen Diebesgut im Wert von knapp 400 Millionen Euro erbeutet. Dabei seien laut Polizei rund 80 Prozent der Einbrecher Spontan- und Gelegenheitstäter:innen.

Nachfolgend erläutern wir Ihnen, wie Sie Ihr Zuhause wirksam gegen Einbruch schützen können und stellen Ihnen Förderungsmöglichkeiten verschiedener Schutzmaßnahmen vor.

Das wichtigste auf einen Blick

  • Einbruchschutz im Überblick
  • Einbruchschutz für Fenster
  • Einbruchschutz für Türen
  • Einbruchschutz an Jalousien und Rollläden
  • Einbruchsichere Schließsysteme und Schlösser
  • Kameras und Alarmanlagen

Einbruchschutz im Überblick

Fast jeder besitzt heutzutage mindestens einen Fernseher, Laptop, Tablet oder andere Elektronik mit hohem Wiederverkaufswert und ist dadurch für Einbrecher attraktiv. Selbst wenn nur Modeschmuck entwendet wird, ist für die meisten Einbruchsopfer, dass sich eine fremde Person zum eigenen Zuhause Zutritt verschafft hat eine oft unterschätzte psychische Belastung.

Die gute Nachricht ist: Egal ob Schließ- bzw. Verriegelungssysteme, Alarmanlagen oder einer Kombination aus mehreren Schutzmaßnahmen – es gibt viele wirksame Möglichkeiten, sich gegen einen Einbruch zu schützen.

Laut Polizeistatistik wurden durch abgestimmte Sicherheitsvorkehrungen fast die Hälfte aller gemeldeten Einbruchsversuche verhindert. Denn wenn das Aufhebeln eines Fensters zu lange dauert oder ein Grundstück gut ausgeleuchtet ist oder die Alarmanlage Aufmerksamkeit erregt, wird das Einbruchsvorhaben in der Regel aufgegeben.

Was ist Einbruchschutz überhaupt?

Nur eine Kombination aus mechanischen und elektronischen Sicherheitsvorkehrungen und einem umsichtigen Verhalten sind ein wirkungsvoller Einbruchschutz.

Einen hundertprozentigen Einbruchschutz gibt es nicht, da ein professioneller Einbrecher mit dem richtigen Werkzeug auch stark gesicherte Fenster und Türen aufbrechen kann. Aus diesem Grund wird im Fachjargon von „Einbruchhemmung“ gesprochen. Diese unterteilt sich in zwei grundlegende Bereiche auf:

  1. Der Zeitraum, bis sich der/die Einbrechende Zugang zum Inneren verschafft hat soll durch mechanische Schließ- und Verriegelungssysteme verlängert werden.
  2. Elektronische Systeme, wie zum Beispiel Alarmanlagen und Kameras erregen Aufmerksamkeit bzw. melden den Einbruch und sammeln zusätzlich Beweismaterial.

Worauf kommt es nun an?

Wie kann ich mein Zuhause schützen? Egal ob Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder Wohnung – an erster Stelle gilt es immer einfache Verhaltensregeln, wie Türen und Fenster auch bei kurzem Verlassen des Hauses oder der Wohnung richtig abzuschließen, zu beachten.

Entgegen geläufiger Meinung geschehen der Großteil der Einbrüche tagsüber, wenn die in der Immobilie und in der Nachbarschaft lebenden Personen auf der Arbeit oder beim Einkaufen sind. Für die oben bereits erwähnten Spontan- und Gelegenheitstäter:innen sind gekippte Fenster und Terrassentüren und unabgeschlossene Türen wie eine Einladung zum Gelegenheitsdiebstahl.

Auf mechanische Schutzmaßnahmen, wie zusätzliche Verriegelungen oder einbruchsichere Schlösser an Türen und Fenster sollten Sie zusätzlich setzen. Die Vorkehrungen hierfür können meist nachgerüstet oder auch direkt mit verbaut werden. Elektronische Maßnahmen, wie Kameras und Alarmanlagen machen Ihr Zuhause noch sicherer.

In jedem Fall gilt: Mechanische Sicherungstechnik sollte immer Priorität haben, denn sie verhindert meistens den Zutritt in das Objekt. Elektronische Sicherheitssysteme sorgen dafür Einbrecher abzuschrecken und Beweismaterial zu sichern.

Einbrecher mit Kuhfuß Werkzeug

Einbruchschutz für Fenster

Fenster, Terrassen- und Balkontüren, die ungesichert sind, sind gerade bei Einfamilienhäusern der häufigste Einstiegspunkt für Einbrecher. Es gilt: Desto leichter ein Fenster zu erreichen ist, desto wichtiger ist die mechanische Sicherung gegen Einbrecher. Hierbei ist egal, ob Sie sich für den Einbau neuer Fenster oder nachträgliche Sicherung älterer Fenster für höheren Einbruchschutz entscheiden.

Für den Einbau raten wir Ihnen Fachfirmen zu betrauen, die mit DIN-zertifizierten Materialien arbeiten. Lassen Sie sich hier von den Handwerkern eine Montagebescheinigung für den Einbruchschutz aushändigen.

Einbruchschutz für Türen

Auch bei Türen gilt, dass der Einbruchschutz nur so stark ist, wie sein schwächster Bestandteil. Deshalb sollten Sie immer darauf achten, dass einbruchsichere Türen oder Nachrüstungen nach den empfohlenen DIN-Normen fachgerecht verbaut sind.

Um wirklich gut geschützt zu sein, sollten über Schloss, Zarge, Türblatt und Beschlag hinaus alle Bestandteile der Tür einbruchhemmend sein. Hierzu können Sie wieder eine Montagebescheinigung vom Handwerksbetrieb anfordern.

Am einfachsten und unkompliziertesten ist es natürlich, einbruchemmende Türen direkt beim Neu- oder Umbau zu verbauen. Hier rät die Polizei zu Türen mit der Widerstandsklasse RC2 oder mehr. Diese Türen wurden nach der DIN EN 1627 auf Sicherheit geprüft.

Einbruchschutz für Jalousien und Rollläden

Viele Rollläden sehen robust und scheinen einen extra Schutz vor Einbrüchen zu bieten, doch viele schützen zwar gegen die Sonne, bieten jedoch keinerlei oder kaum Schutz gegen Einbrecher. Denn die meisten Rollläden sind aus Kunststoff und lassen sich deshalb eindrücken, hochschieben oder aus der Befestigung ziehen.

Besonders Fenster und Balkontüren im Erdgeschoss sollten daher mit einbruchhemmenden Jalousien versehen werden

Wie bereits bei Türen und Fenstern empfiehlt sich, bereits beim Einbau auf einbruchsichere Modelle zu achten. Die Polizei rät auch hier für den Privathaushalt Jalousien mit Einbruchschutz ab der Widerstandsklasse RC2.

Verstärkte Führungsschienen, stabile Rollladenpanzer, automatische Hochschiebesicherung, sind einige Merkmale eines Sicherheitsrolladen. Sie bestehen aus massiven Materialien wie stranggepresstem Aluminium. Auch in Kombination mit einem Smarthome-System lassen Sie sich immer häufiger verbinden, sodass bei einem versuchten Einbruch beispielsweise alle Rollläden herunterfahren und die Außenbeleuchtung angeschaltet wird.

Türgriff mit Aluminium

Einbruchsichere Schlösser und Schließsysteme

Ein normales Schloss verhindert zwar, dass jemand uneingeladen einfach ins Haus marschieren kann, bietet aber vor einem Profieinbrecher so gut wie gar keinen Schutz. In Mehrfamilienhäusern, in denen Einbrecher so gut wie immer über die Tür in die Wohnung gelangen, ist deshalb ein einbruchhemmendes Schloss sehr wichtig. Je länger eine Einbrecher braucht um ein Schloss zu knacken, desto wahrscheinlicher gibt er das Vorhaben auf.

Allein ein gutes Schloss reicht allerdings nicht um eine Tür einbruchsicher zu machen. Hierfür müssen zusätzlich die Tür und der Rahmen und das Schließblech aufeinander abgestimmt und fachgerecht eingebaut werden.

Schlösser deren Wirkung gegen Einbruch geprüft wurden, erkennen Sie an den Zertifizierungen nach der DIN NORM 18251, DIN 18252 oder DIN 18254 .

Sicherheitskamera an der Wand

Kameras und Alarmanlagen

Ein Element der elektronischen Sicherheitstechnik sind die Kameras. Sie werden meist sichtbar von außen an das Gebäude angebracht, sodass Einbrecher optisch abgeschreckt werden. Der Einsatz ist jedoch mit einigen rechtlichen Einschränkungen verbunden, die unbedingt beachtet werden sollten.

Die Kamera darf keine Menschen in öffentlichen Bereichen wie z. B. auf dem Bürgersteig aufzeichnen. Dies entspricht dem in der EU geltenden Datenschutzrecht. Außerdem muss auf Videoüberwachung deutlich sichtbar hingewiesen werden. Bei der Planung sollten Sie sich daher vorher von einem Rechtsexperten beraten lassen, um Ärger zu vermeiden.

Um Sabotage- und Wetterschutz zu gewährleisten, die richtigen Winkel, Einbindung in eine bestehendes System oder mögliche Versicherungsauflagen zu klären, ziehen Sie für die Planung, Installation und Wartung ein Fachunternehmen zu Rate.